Bericht von Dirk Jenßen, „Insel-Bote“ vom 15. April 2009
Goldener Ball ein Volltreffer
Vor zahlreichen Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik weihte der Golf Club Föhr seine neuen Spielbahnen ein. Der ehemalige Präsident, Nickels Peter Hinrichsen, schlug den Traditionsball.
Wenn bei internationalen Profi-Golfturnieren wie bei den zuletzt ausgetragenen „US Open" die Führenden als letzte Gruppe- im Golf-Jargon „Flight" - auf die Schlussrunde gehen, folgt ihnen ein großer „Rattenschwanz" an Zuschauern. Ein ähnliches Gefühl dürfte auch der langjährige Vorsitzende des Club Föhr, Nickels Peter Hinrichsen, gehabt haben, als er sich auf den Abschlag des "Goldenen Balles" konzentrierte. Um ihn herum auf den neu erschaffenen Hügeln blickten ihn rund 250 Augenpaare an, die verfolgen wollten, ob "Nick" Hinrichsen die traditionsgemäße Einweihung der neun neuen Spielbahnen gelingen würde.
Sie gelang. Mit dem so genannten "Driver", dem längsten und damit am schwierigsten zu handelnden Spielgerät, donnerte Hinrichsen den kleinen Ball mehr als 200 Meter weit in Richtung Nieblum. Bei dem donnernden Applaus vom Publikum dürfte sich Hinrichsen dann auch ein wenig wie der Spanier Angel Cabrera gefühlt haben, als dieser den letzten Putt fast zeitgleich zum Sieg im Golf·Mekka Augusta einlochte.
Die neun neuen Bahnen, um die es im Zuge der Bauantrags- und Genehmigungsplanung zu massiven Protesten gekommen war, wurden den geladenen Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik vorgestellt.
Der am Vorabend auf der Mitgliederversammlung zu Hinrichsens Nachfolger gewählte Dr. Joachim Schweim begrüßte die Gäste auf der Clubhaus-Terrasse an diesem für den GC Föhr „historischen Tag". Hinrichsen der nicht mehr kandidierte, ließ dann noch einmal die mit der Erweiterung von 18 auf 27 Spielbahnen verbundenen großen Schwierigkeiten Revue passieren. Insbesondere die Verlegung des Wanderweges zwischen Wyk und Nieblum an den nördlichen Rand des Areals hatte wie ausführlich berichtet heftigen Widerstand in der Bevölkerung hervorgerufen. „Dennoch blicken wir ohne Groll zurück“, betonte der Ex-Präsident. "Es war schon sehr ungewohnt für mich, sozusagen als Grundstücksmakler tätig zu sein", machte Hinrichsen - als ehemaliger Kapitän des Segelschulschiffs "Gorch Fock" sturmerprobt - deutlich, warum ihn die letzten Jahre seiner Amtszeit bis zur Baugenehmigung am 25 April vergangenen Jahres viel Nerven gekostet hatten.
"Die Hartnäckigkeit, mit der sie ihr Ziel verfolgten", lobte danach Paul Raffelhüschen, der als Amtsvorsteher Grußworte überbrachte. Sogar ein Geschenk in Form einer Sitzbank gab es von Peter Pahlke, dem Präsidenten des Golfverbands Schleswig-Holstein. Jens Jacobsen, der stellvertretende Bürgermeister Nieblums, war in seiner Rede überzeugt, dass „durch die Platzerweiterung die Infrastruktur der Insel profitiert“.
Schließlich berichtete ein sichtlich stolzer Platzarchitekt Christian Althaus, dessen erstes eigenes Golfplatz-Projekt realisiert wurde, dass die Zielsetzung, drei Runden vom und zum Clubhaus, umgesetzt sei. „Jedes einzelne Loch ist zudem optisch und strategisch individuell", fügte er hinzu und überreichte eine gerahmte Darstellung der neuen Anlage.
Danach ging es angeführt von den Westerland Föhrer Musikfreunden auf die jüngst angelegten Flächen zur neuen Bahn vier, von der der “goldene" Abschlag erfolgte. |